Am vergangenen Donnerstag wurde in Nortmoor aus der Bürgerinitiative Detern, die Bürgerinitiative Jümme e. V.
- oder auch nicht. Was war denn da los? Die BI Detern möchte sich in einen Verein umwandeln. Die BI Detern
hatte sich 2011 gegründet, um einen Legehennenstall in Detern zu verhindern. Dieser neue Verein soll den
Namen "BI Jümme e. V." tragen.
So wurde also öffentlich für den 05. Januar 2012 ins Dörphus nach Nortmoor, zur Gründung der
Bürgerinitiative Jümme e. V., eingeladen, zu welcher rund 120 Bürgrinnen und Bürger gekommen
waren. Sie wollten dabei sein, wenn sich etwas "Neues" formiert. Großes Interesse, dass freut mich!
Viele haben sich in die Listen eingetragen und ihre Mitgliedsanträge eingereicht.
- An dieser Stelle schreibe ich schon mal, dass ich selbst nicht anwesend war, meine Informationen
aus der Presse entnehme und mich auf Aussagen von Bekannten und Ratskollegen stütze. -
Martina Schroijens, welche auch schon Sprecherin der BI Detern war, wurde zur Vorsitzenden des Vereins gewählt.
Des Weiteren wurden Christian de Riese aus Filsum, Folker Martens aus Ammersum, Carsten Martens aus Deternerlehe,
sowie Talea Lorenz in den Vorstand des neuen BI Jümme e. V. gewählt.
Gut gemacht!
Wie kam es dazu, dass drei junge Landwirte in den Vorstand der BI gewählt wurden? Eine gute Organisation im Vorfeld.
Mit der guten Organisation meine ich vor allen Dingen die der Landwirte in Jümme. Viele von ihnen waren zu der
Gründungsversammlung gekommen um mitzumischen. Mit Witz, Charme und einer demokratischen Mehrheit haben sie
ihr Ziel erreicht. Ihre Vertreter in die BI Jümme e. V. zu entsenden. Das hat geklappt. Selten sieht man solch eine
durchdachte Aktion, welche auch noch bis zum Schluss "unter der Decke" bleibt. Herzlichen Glückwunsch von dieser
Stelle – zur Organisation und zu den gewonnen Wahlen!
Die Ernüchterung
Leider musste ich dann am Samstag in der OZ lesen, dass der Verein anscheinend nicht gegründet wurde. Mhh.
Es wurde von der Vorsitzenden der BI Jümme e. V., Martina Schroijens, und der Schriftführerin, Talea Lorenz, nach
der Sitzung festgestellt, dass Unterschriften auf der Teilnehmerliste fehlten. Die Unterschriften der drei jungen Landwirte,
welche in den Vorstand gewählt wurden. Auf Nachfrage der Zeitung dürften die Listen allerdings nicht gezeigt werden,
da es datenschutzrechtliche Bedenken gebe.
Wieder ein "mhh". Ich kann nicht sagen ob da wer unterschrieben hat, oder nicht. Aber etwas rätselhaft finde ich das
ganze schon. Warum sollten sich ausgerechnet diese Drei nicht in die Liste eingetragen haben, wenn es doch so viele
andere auch machten? Das klingt für mich nicht logisch. Und daher gehe ich davon aus, dass die Liste mit den
Unterschriften durch einen Zufall abhanden gekommen ist, und vielleicht auch noch wieder auftaucht. Manipulation
bei einer BI-Gründung? Ein Schelm wer Böses dabei denkt.
Wichtig für mich ist, dass der Vorstand demokratisch gewählt wurde, und damit erst einmal arbeitsfähig ist. Wenn es
Probleme mit den Formalitäten gibt, dann müssen diese auf einer nächsten Sitzung einfach noch einmal bestätigt werden.
Also die BI Jümme e.V. hat mit der Vereinssatzung nun einen Auftrag, welchen sie (Vorstand und Mitglieder) gemeinsam zu erfüllen hat.
Ich wünsche viel Erfolg!
Zur Info: Dieser Artikel ändert nichts an meiner Meinung und Einstellung zur industriellen Tierhaltung in "großen" Anlagen.
Es geht hier um den demokratischen Prozess, und um die Zusammenführung der Interessengemeinschaften. Immerhin
geht es bei der BI Jümme e. V. nicht mehr nur um die Tierhaltung, sondern auch um eine Mitgestaltung der Samtgemeinde
im Allgemeinen. Ein Miteinander ist besser als ein Gegeneinander!

Im vollbesetzten „Dörphus“ in Nortmoor wurde der neue Verein „Bürgerinitiative Jümme“ gegründet.
Vorsitzende ist Martina Stroijens (2. von rechts), neben Schriftführerin Talea Lorenzen.
Weiter im Vorstand von links: Carsten Martens, Folker Martens und Christian de Riese.
Foto: Gerhard Frerichs (http://www.neue-mitmach-zeitung.de)